In einem hohen Raum hängen hunderte kleine Submunitionen an Fäden von der Decke.

Die USA planen erstmals seit vielen Jahren wieder den Kauf von Streumunition. Diese Waffen sind von über 100 Staaten weltweit geächtet. Mit der Entscheidung schwächen die USA erneut das internationale, regelbasierte System.

Das US-Verteidigungsministerium hat sich zum Kauf von 155-mm-Streumunition (XM1208) im Umfang von 210 Millionen US‑Dollar bei einem staatlichen israelischen Hersteller entschieden. Diese Entscheidung ist ein deutlicher Rückschritt für den Schutz der Zivilbevölkerung.  

Der Kauf signalisiert eine erneute Akzeptanz von ungezielt wirkenden Waffen, die nicht zwischen Militär und zivilen Personen unterscheiden können. Ein erheblicher Teil der Submunition explodiert nicht sofort, sondern bleibt als Blindgänger zurück. Diese wirken wie Minen und bedrohen das Leben von Menschen langfristig über Jahrzehnte. Im Jahr 2024 wurden weltweit 314 Opfer von Streumunition registriert, alle waren Zivilist*innen.

Das Oslo-Abkommen verbietet seit 2008 den Gebrauch, Handel, Umschlag und die Lagerung von Streubomben und verpflichtet zur Räumung von Blindgängern sowie zur Unterstützung der Betroffenen. Die USA sind dem Verbotsvertrag nicht beigetreten, haben aber seit 2009 keine Streumunition in ihren eigenen Militäroperationen eingesetzt. Eine erneute Beschaffung schwächt die internationale Ächtung dieser Waffen.  

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