Ukraine

Human Rights Watch und SITU Research haben einen Bericht veröffentlicht, der detailliert den Streumunitionsangriff auf den Bahnhof von Kramatorsk in der Ostukraine im April 2022 beschreibt. Damals wurden mindestens 58 Zivilpersonen getötet und über 100 verletzt.

Der Bahnhof Kramatorsk lieg tin der Ostukraine und war vor dem Angriff ein wichtiges und bekanntes Evakuierungszentrum. Zehntausende Menschen aus dem gesamten östlichen Donbass hatten ihn in den Tagen vor dem Angriff benutzt. Die Evakuierung war öffentlich von den lokalen Behörden organisiert worden. Am Morgen des Angriffs hatten sich mehr als 500 Zivilistinnen und Zivilisten mit ihren Habseligkeiten am Bahnhof versammelt und warteten auf Züge, die sie in die Westukraine in relative Sicherheit bringen sollten.

Streubomben Angriff auf Bahnhof Kramatorsk

Die ballistische Rakete vom Typ Tochka-U explodierte um 10.28 Uhr über dem Bahnhof und setzte Dutzende von Submunitionen frei. Diese fielen auf den Boden, explodierten und töteten und verletzten zahlreiche Menschen, die auf dem Bahnhof warteten, darunter auch Kinder und ältere Menschen. Rettungskräfte, Freiwillige des Bahnhofs und Überlebende leisteten erste Hilfe. Laut Human Rights Watch verstieß der Angriff gegen das Kriegsvölkerrecht, da Streumunition wahllos töte und in diesem Fall über einem bekannten Evakuierungszentrum eingesetzt wurde.

Russland bestreitet den Angriff

Human Rights Watch analysierte Fotos des Raketenmotors und des Steuerungsteils der Waffe, die etwa 50 Meter südwestlich des Haupteingangs des Bahnhofs einschlug, und identifizierte die Waffe als ballistische Rakete vom Typ 9M79K-1 Tochka-U. Die Tochka-U liefert die Submunition 9N24 in einem Streumunitionsgefechtskopf 9N123K. Der Gefechtskopf enthält 50 Splitter-Submunitionen. Nach Angaben des russischen Herstellers enthält jede Submunition 9N24 1,45 Kilogramm Sprengstoff und zerfällt in etwa 316 gleich große Fragmente.

Russland hat bestritten, den Bahnhof von Kramatorsk angegriffen zu haben und wiederholt erklärt, dass seine Streitkräfte das Tochka-U-Raketensystem nicht mehr einsetzen. Human Rights Watch fand jedoch gegenteilige Beweise. Die Organisation führte zahlreiche Interviews und analysierte Fotos und Videos.

Russland und Ukraine sind keine Vertragsstaaten des Verbots

Streumunition ist aufgrund ihrer weitreichenden und unterschiedslosen Wirkung und der möglichen Langzeitschäden für die Zivilbevölkerung völkerrechtlich verboten. Sie explodiert in der Regel in der Luft und verteilt zahlreiche Submunitionen über ein weites Gebiet, manchmal über Hunderte von Metern. Diese Submunitionen detonieren oft nicht beim ersten Aufprall und werden zu gefährlichen Blindgängern, ähnlich wie Landminen.

Die Konvention über Streumunition, der 111 Staaten angehören, verbietet den Einsatz von Streumunition umfassend. Weder die Ukraine noch Russland sind Vertragsstaaten. Russland hat bereits mehrfach Streumunition in der Ukraine eingesetzt, die ukrainischen Streitkräfte werden verdächtigt.

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