Explosivwaffen
Ein Minen-Warnschild in steingem Gestrüpp in Bosnien
© Jasmin Brutus / Handicap International

Bosnien und Herzegowina ist seit dem 08. September 2023 endlich frei von Streumunition. Tausende Blindgänger blieben nach dem Ende der Jugoslawienkriegen Mitte der neunziger Jahre liegen und forderten immer wieder Opfer. Viele Organisationen und lokale Behörden engagierten sich, um das Land von Streumunition zu befreien. Darunter auch bis 2012 Handicap International.

Während der Jugoslawienkriege in den neunziger Jahren wurde Bosnien-Herzegowina stark mit Streumunition kontaminiert. Insgesamt wurden 14,61 km² an 140 Orten im Land verseucht, 195 Menschen starben durch Unfälle mit den geächteten Waffen. Dank des Übereinkommens über das Verbot von Streumunition, das 2010 von Bosnien und Herzegowina ratifiziert wurde, verpflichtete sich das Land, alle bekannten Gebiete bis zum 1. September 2023 von Streumunition frei zu räumen.

Streumunition in Bosnien und Herzgewonia innerhalb der Frist geräumt

Nun wurde vom Minenaktionszentrum Bosnien und Herzegowinas bekannt gegeben, dass alle Aufgaben, die mit der Beseitigung von Streumunition verbunden waren, gemäß der geplanten Fristen erfolgreich abgeschlossen wurden. Insgesamt wurden 7.932 Stück Streumunition gefunden und vernichtet.

Bei einer Pressekonferenz, die am 8. September anlässlich der großen Bedeutung dieser Errungenschaft abgehalten wurde, dankte Saša Obradović, Direktor des Zentrums für Minenräumung in Bosnien-Herzegowina, allen Geber*innen und Organisationen, die sich an der Durchführung von Projekten zur Beseitigung von Streumunition beteiligt haben.

Bosnien-Herzegowina ist jedoch weiterhin verpflichtet, die Opfer von Streumunition bei ihrer Rehabilitation und Wiedereingliederung zu unterstützen.

Das Land ist immer noch stark kontaminiert mit Landminen

Obwohl der Prozess der Räumung von Streumunition abgeschlossen ist, hat das Land noch immer mit den verbleibenden Landminen und Sprengkörpern zu kämpfen. Bosnien und Herzegowina ist das am stärksten mit Landminen verseuchte Land Europas. Diese Landminen stammen noch aus den Balkankriegen der Neunziger Jahre. Aufgrund mangelnder finanzieller Mittel, dem großen Ausmaß der Kontamination, fehlender Informationen bezüglich der kontaminierten Flächen und ungünstigen klimatischen Bedingungen, konnte eine Minenräumungsfrist bis 2020 nicht eingehalten werden. Daher soll eine vollständige Minenräumung nun bis 2027 erfolgen.

Der Einsatz von Handicap International in Bosnien-Herzegowina

Handicap International war in Bosnien von 1997 bis 2012 aktiv, um die Auswirkungen von Minen und explosiven Kriegsresten zu verringern. Die Organisation hat insbesondere Minenräumaktionen durchgeführt und Risikoaufklärung betrieben. Diese Arbeit hat es fast 100.000 Personen ermöglicht, ein soziales und wirtschaftliches Leben in ihren Dörfern wiederaufzubauen. 2012 zog sich HI schließlich geplant zurück und übergab die Projekte an lokale Partnerorganisationen.

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