Explosivwaffen

Im Kampf gegen den IS wurden unzählige Explosivwaffen mit Flächenwirkung eingesetzt. Diese Angriffe hatten fatale Folgen für die Zivilbevölkerung, wie ein neuer Bericht von Pax und Aiwars aufdeckt.

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Ein zerstörter Straßenzug in West-Mossul. © Waleed Khaled, HI.

Am 26. Oktober erschien der neue Bericht "Seeing through the Rubble. The civilian impact of the use of explosive weapons in the fight against ISIS" von Airwars und Pax - unseren Partnern im internationalen Netzwerk gegen Explosivwaffen. Der Bericht zeigt einmal mehr, wie verheerend die Auswirkungen des Einsatzes von Explosivwaffen mit Flächenwirkung sind, wenn sie in bevölkerten Gebieten eingesetzt werden. Er untersucht die langfristigen Auswirkungen und die zivilen Schäden, die bei den jüngsten internationalen Militärkampagnen in Mossul, Raqqa und Hawijah verursacht wurden.

Raqqa - die am meisten zerstörte Stadt seit dem 2. Weltkrieg

Der Bericht stützt sich auf öffentlich zugängliche Daten und geht davon aus, dass während der militärischen Kampagne 2016-2017 zur Bekämpfung des IS in Mossul mindestens 9.000 Zivilist*innen getötet wurden. Mit mehr als 700.000 Menschen wurden vertrieben und 5.000 Gebäude in der Altstadt schwer beschädigt. In Raqqa führte die von den USA geführte Koalition Luftangriffe durch, bei denen mindestens 1.600 Zivilist*innen ums Leben kamen und 80 Prozent der Gebäude der Stadt zerstört wurden - was die Stadt zur "am meisten zerstörten Stadt seit dem 2. Weltkrieg" machte. Unter den zerstörten Gebäuden befanden sich Krankenhäuser, Moscheen, Schulen und Universitäten. Die Zerstörung von Wasser- und Elektrizitätssystemen und die Kontaminierung der bombardierten Städte mit nicht explodierten Kriegsmunitionsrückständen stellten für die Zivilbevölkerung zusätzliche Schwierigkeiten dar. In Hawijah verursachte ein Luftangriff auf den Industriebezirk eine mehr als zwei Kilometer starke Schockwelle, die zum Tod von mindestens 70 Zivilist*innen und zur schweren Zerstörung der umliegenden Wohngebiete führte.

"Diese Fallstudien zeigen einmal mehr die unannehmbar hohe Zahl von zivilen Opfern und Zerstörungen als Folge von Bombenangriffen und Beschuss in Städten und anderen bewohnten Gebieten" - Laura Baillot, Koordinatorin von INEW.

Der menschenverachtende Einsatz von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten muss aufhören

Der Bericht zeigt mit schockierenden Beweisen, dass die Zivilbevölkerung einen hohen Preis zahlt, wenn Explosivwaffen mit Flächenwirkung in bevölkerten Gebieten eingesetzt werden. Selbst wenn Explosivwaffen mit Präzisions- oder Kleinmunition eingesetzt werden, bleiben die unmittelbaren Gefahren für die Zivilbevölkerung während der intensiven Bombardierung und die langfristigen Auswirkungen von Explosivwaffen bestehen. Die Zerstörung wichtiger Infrastruktur und die Verseuchung mit nicht explodierten Kriegsmunitionsrückständen zwingen die Bewohner*innen zur Flucht und machen ganze Stadtviertel unbewohnbar.

Das humanitäre Völkerrecht reicht nicht aus, um das schwerwiegende humanitäre Leid zu bewältigen, das durch den Einsatz von Explosivwaffen mit Flächenwirkung in bevölkerten Gebieten verursacht wird. Es charakterisiert keine technischen Details spezifischer Waffensysteme oder Einsatzkontexte. Der Bericht unterstützt die Forderung nach einer starken politischen Erklärung gegen den Einsatz von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten.

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