Israel setzte bei drei Gelegenheiten Streubomben im Libanon ein. Dabei blieben hunderttausende Submunitionen als Blindgänger zurück.

Die Einsätze und ihre Folgen

Streumunition wurde von Israel im Libanon in den Jahren 1978, 1982 und 2006 eingesetzt. Dabei wurde ein Gebiet von 55 km² kontaminiert. Der Großteil der Kontamination entstand im August 2006. Israel hat insgesamt ca. 4 Millionen Submunitionen über dem Libanon abgeworfen, von denen Hunderttausende nicht explodiert und liegen geblieben sind. Im Mai 2011 war Schätzungen zufolge noch immer eine Fläche von 18,1 km², verteilt über 758 als gefährlich eingestufte Bereiche, durch liegengebliebene Streumunition kontaminiert.

Räumung

Das Lebanon Mine Action Center (LMAC) meldete, dass bis zum Mai 2011 zwei Drittel (36,8 km²) der 55 km² an kontaminierter Fläche gesäubert wurden. Von der restlichen Fläche wird vermutet, dass es zu 96% Überreste des Streubombeneinsatzes von 2006 sind. Seit August 2006 (Stand: 2011) haben die Kampfmittelräumer das Land insgesamt von über 200.000 Blindgängern befreit. Bei voller Finanzierung des nationalen Minenaktionsprogramms hätte laut LMAC das gesamte Land bis zum Jahr 2016 vollständig von den schweren Folgen der Streumunition geräumt worden sein.

Unfälle und Überlebende

Im Zeitraum von 1975 bis 2010 gab es insgesamt 704 Unfälle mit Streumunition. Ab dem Streubombeneinsatz im Jahr 2006 wurden bis zum Ende des Jahres 2010 366 Unfälle festgehalten. Die Mehrzahl der Opfer sind erwachsene Männer. Die absolute Anzahl der Opfer von Minen oder anderen explosiven Kriegsresten im Libanon betrug zwischen 1975 bis zum Juni 2011 3.846. Dabei wurden 900 Menschen getötet und 2.946 verletzt. Es gibt also 2.946 Überlebende, die mit langwierigen Folgen dieser Unfälle leben und dabei unterstützt werden müssen.

Naher Osten und Nordafrika allgemein

Zu den durch liegengebliebene Submunition kontaminierten Staaten in der Nahost-Region und Nordafrika gehören Irak, Libanon, Libyen, Syrien sowie die international nicht anerkannte Region der Westsahara. Im April 2011 haben Truppen der libyschen Regierung Streumunition in Misrata eingesetzt. Ende 2010 zählte man fast 4.000 Unfälle mit liegengebliebener Streumunition in den am schlimmsten betroffenen Staaten der Region (Irak und Libanon). Es liegen auch Schätzungen vor, die über das Doppelte vermuten.

Drei Staaten der Region haben den Vertrag über ein Verbot von Streubomben unterschrieben. Wobei nur der Libanon und Tunesien das Verbot auch ratifiziert haben und zu den vollwertigen Vertragsmitgliedern gehören. Der Irak hat bisher nur unterschrieben und nicht ratifiziert. Der Libanon hat, als Gastgeber des diesjährigen Treffens der Vertragsstaaten, besonders großes Interesse daran die anderen Staaten der Region zum Beitritt zur Konvention zu bewegen.

Stand: 2011

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