Explosivwaffen - ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit

In aktuellen Konflikten werden explosive Waffen oft hemmungslos in dicht bevölkerten Gebieten eingesetzt. Dabei treffen diese Waffen vor allem die Zivilbevölkerung und verursachen grausame Verletzungen, führen zu lebenslangen Behinderungen, zerstören Häuser und Infrastruktur und zwingen die Menschen zur Flucht. Blindgänger verlängern die Gefahr bis in Friedenszeiten.

Explosivwaffen werden in aktuellen Kriegen regelmäßig und menschenverachtend in Wohngebieten eingesetzt. Ihr meist großer Wirkungsbereich entfaltet seine brutale Kraft vor allem in bevölkerten Gebieten:

  • Der Explosions- und Splittereffekt kann Schaden im Umkreis von mehreren hundert Metern anrichten.
  • Kaum eine Waffe trifft vollkommen präzise. Waffen mit mehreren Munitionen verwüsten besonders große Bereiche.
  • Menschen werden direkt getroffen oder indirekt durch einstürzende Gebäudeteile verletzt.
  • Beispiele für Explosivwaffen sind Mörsergranaten, Raketen, Artilleriegranaten, Fliegerbomben, improvisierte Sprengsätze sowie Streubomben.

Diese Folgen hat der Einsatz von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten

Explosivwaffen töten und verstümmeln. Viele der Überlebenden tragen dauerhafte Behinderungen davon und sind schwer traumatisiert. Das alltägliche Leben wird immer gefährlicher und die Brutalität der Angriffe zwingt viele Menschen zu fliehen. Bei den Angriffen wird, gezielt oder als Kollateralschaden, immer wieder wichtige Infrastruktur zerstört. Beliebte Ziele sind Krankenhäuser, Märkte, vereinzelt sogar Schulen. Zerstörte Krankenhäuser verschlechtern die medizinische Versorgung - gerade wenn diese so dringend benötigt wird. Wenn Märkte zerstört werden, verschlechtert das die Versorgungslage zusätzlich - und zerstörte Schulen rauben einer ganzen Generation ihr Recht auf Bildung. Wenn der Krieg endlich vorbei ist, gibt es aber noch keine Entwarngung: Da einzelne Waffen oder Teile ihrer Munition nicht explodieren, gefährden sie Wiederaufbau und Rückkehr, ähnlich wie Landminen und improvisierte Sprengsätze. Streumunition hat beispielsweise eine Blindgängerrate von bis zu 40 Prozent.

So verheerend wirkten Explosivwaffen weltweit im Jahr 2019

  • Sie forderten 19.401 Tote und Verletzte.
  • Die Mehrheit dieser Opfer stammten aus der Zivilbevölkerung, in Wohngebieten sogar über 90 Prozent.
  • Außerhalb von Wohngebieten sind 'nur' 27 Prozent der Opfer Zivilistinnen und Zivilisten (2011-2019).

Quelle: alle Zahlen stammen aus eigenen Erhebungen und denen von Action on Armed Violence (AOAV)

Wer sind die Opfer der Bombardierungen mit Explosivwaffen?

Über 90 Prozent der Menschen stammen aus der Zivilbevölkerung. Tausende Menschen werden jedes Jahr unschuldig und unbeteiligt Opfer dieser Waffen. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch. Hinter jedem Menschen steht eine Familie. Und am Ende ist es die gesamte Gesellschaft, die unter den Bombardierungen leidet. Malak und Firas sind nur zwei von unzähligen Unschuldigen.

Malak

„Wir waren zuhause mit den Kindern. Als wir fliehen wollten, wurde ihr Zimmer getroffen. Den Anblick werde ich nie vergessen. Sie lagen in einem Meer von Blut.“ (Vater von Malak)

Firas

"Jetzt bin ich hier mit meinen vier Kindern. Was ist unsere Zukunft? Sollen meine Kinder jeden Tag die Straße entlanglaufen, auf der ihre Mutter und ihr Bruder starben?

Diese Länder sind besonders betroffen

Besonders viele Angriffe auf die Zivilbevölkerung gab es in Afghanistan, Syrien, Somalia und Libyen. Doch auch in vermeintlich befriedeten Ländern litten Menschen - denn Blindgänger sind noch jahrzehntelang gefährlich.

 

Syrien im Jahr 2019:

  • Mindestens 7.256 Tote und Verletzte

Afghanistan im Jahr 2019:

  • Mindestens 4.630 Tote und Verletzte

Somalia im Jahr 2019:

  • Mindestens 950 Tote und Verletzte

Libyen im Jahr 2019:

  • Mindestens 906 Tote und Verletzte

So engagiert sich Handicap International

Seit der Gründung von Handicap International im Jahr 1982 engagieren wir uns gegen die Folgen von Kriegen und explosive Kriegsreste. Durch unsere Projekte wissen wir, dass vor allem die Zivilbevölkerung unter diesen Waffen leidet. Deren Schutz ist unsere oberste Priorität. Heute sind wir weltweit die einzige Organisation, die eine Expertise auf vier Gebieten der so genannten humanitären Minenaktion besitzt: 

Die Bombardierung der Zivilbevölkerung muss ein Ende haben

Da der Einsatz von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten vor allem Zivilpersonen trifft, ist er eigentlich bereits durch das Völkerrecht verboten. Im Genfer Abkommen IV wurde festgelegt, dass in Konflikten keine zivilen Ziele angegriffen werden dürfen und zivile Opfer „begrenzt“ werden müssen. Jeder Angriff muss zwischen Zivilbevölkerung und Kämpfenden unterscheiden.

Wir setzen uns dafür ein, dass das Völkerrecht wieder mehr Gewicht bekommt. Möglichst viele Staaten sollen deshalb eine gemeinsame politische Erklärung gegen den Einsatz von Explosivwaffen abgeben und ihre Praktiken und politischen Richtlinien ändern. Außerdem sollen sie die Betroffenen unterstützen. Je mehr Staaten mitmachen, umso höher ist der Druck auf andere Staaten, das Völkerrecht wieder mehr zu achten und die Zivilbevölkerung zu schützen.

INEW

Im Jahr 2011 schlossen wir uns mit einigen anderen Organisationen zusammen und bündelten unsere Kräfte, um den Angriffen mit Explosivwaffen auf die Zivilbevölkerung ein Ende zu setzen. Gemeinsam gründeten wir INEW - das internationale Netzwerk gegen Explosivwaffen.


 

Machen Sie mit!

Gemeinsam können wir die Staaten dazu bringen, den menschenverachtenden Bombardierungen von unbeteiligten Kindern, Frauen und Männern ein Ende zu setzen. Das ist aber nur möglich, wenn wir unsere wichtigste humanitäre Waffe einsetzen: Unsere Stimmen!

Unterzeichnen Sie deshalb die Petition unter https://www.streubomben.de/mitmachen/petition/

Unterzeichnen Sie diese Petition und sagen Sie mit uns Nein zu Bomben auf Wohngebiete! Verhindern Sie, dass noch mehr Kinder wie Malak ein Arm oder ein Bein verlieren oder gar getötet werden. Retten Sie Leben und verhindern Sie bleibende Behinderungen.

Petition unterzeichnen!