
Musa hört einen Hahnenschrei. Seit dem Krieg sind die auch durcheinander. Krähen mitten in der Nacht, lange vor dem ersten Gebet! Er hasst es aufzuwachen, sich in diesem engen Raum wieder zu finden und von verrückt gewordenen Hähnen daran erinnert zu werden, dass da draußen alles kaputt ist. Krater wie auf dem Mond. Häuser, die in die Knie gegangen sind. Das Wohnzimmer, das zu einem Sandwich geworden ist: zwischen Betonscheiben zerquetschte Sessel, Lampen, ein jämmerliches Tischbein ragt heraus, und ein von der Mutter besticktes Deckchen wirkt wie das übliche Salatblatt im Brotfladen. Musas Hefte und Bücher zerfetzt und verdreckt tief unten im Krater. >> mehr lesen
Musa lebt in einem libanesischen Dorf, das im Krieg von israelischen Streubomben getroffen wurde. Als sein Vater versucht, die gefährlichen Blindgänger am Rande des Dorfes zu finden, wird er schwer verletzt. Musa muss nun die Verantwortung für die Familie übernehmen, für seine Mutter, die ältere Schwester und die jüngeren Geschwister. Schule und Universität, das Medizinstudium, von dem er und seine Familie für ihn geträumt haben, kann er vergessen. Doch das ist alles nicht so schlimm wie seinen Vater so zu sehen ...
Die Geschichte von Musa und dem israelischen Jungen Moshe, den er kennen lernt, ist eine Erzählung der Autorin Sophia Deeg in einem Buch, das im April neu erschienen ist. Die zweite Erzählung handelt von Denis, einem Minenexperten aus Serbien, der bei Räumarbeiten verletzt wird. Mühsam versucht er, sich in seinem Leben im Rollstuhl und ohne seine Hände zurechtzufinden, als er zwei jungen Studentinnen aus Belgrad begegnet…
Das Buch „Streubomben – Tod im Maisfeld“, herausgegeben vom Verlag Horlemann und Handicap International, bringt den Leserinnen und Lesern anschaulich und sehr persönlich die Schicksale von Menschen nahe, deren Leben durch Streubomben eine grausame Wendung nahm. Ein informativer Innenteil versammelt Fakten und Hintergründe und motiviert zum Engagement gegen Streubomben.
Das Buch ist vor allem für Jugendliche und für den Schulunterricht geeignet. Durch die Unterstützung der Europäischen Union können wir „Tod im Maisfeld“ Lehrerinnen und Lehrern kostenlos zur Verfügung stellen. Gerne nehmen wir jedoch Spenden für unsere Kampagnenarbeit an.
Hier lesen Sie weitere Textauszüge aus beiden Geschichten
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Kontakt für Bestellungen und Lesungen: Ruppert Grund, Tel.089/54 76 06 29, rgrund@handicap-international.de
Stand: 07/2009
