In Deutschland

Lobbyarbeit

Der Geschäftsführer von Handicap International spricht vor Mitgliedern des Bundestags
Der Geschäftsführer von Handicap International François de Keersmaeker spricht vor Mitgliedern des Bundestags © Handicap International

Bis Ende 2010 hatte sich Handicap International im Aktionsbündnis Landmine.de mit 17 anderen Organisationen zusammengeschlossen. Mit gebündelter Kraft betrieben wir dabei aktive Lobbyarbeit. Das Aktionsbündnis wurde schließlich aufgelöst, da aus Sicht vieler teilnehmender Organisationen wesentliche Ziele erreicht wurden. Für Handicap International bleibt der Kampf für ein universelles Verbot von Landminen und Streubomben, das beispielsweise auch Investitionen in Hersteller verbietet, die Räumung verseuchter Gebiete sowie der Einsatz für die Opfer von Landminen und Streubomben zentral. 

Ein wichtiges Informationsmedium für die deutschsprachige Bevölkerung stellte die Webseite landmine.de dar. Um die Öffentlichkeit weiterhin über Landminen und auch Streubomben zu informieren, führen wir deshalb die Internetpräsenz deshalb gemeinsam mit medico international und misereor mit einem neuen Konzept und neuem Aussehen fort.

Trotz des Endes des Aktionsbündnisses wenden wir uns weiterhin direkt an deutsche Politikerinnen und Politiker. Wir informieren sie, diskutieren mit ihnen, bringen Vorschläge ein, nehmen kritisch Stellung zu politischen Entscheidungen, und wir beobachten die deutschen Diplomaten bei den internationalen Verhandlungen.

Der Bundestag hat bereits im September 2006 eine Resolution zum Thema Streumunition verabschiedet. Darin wurden ein langfristiger Ausstieg aus der Streumunition und die Entwicklung alternativer Waffen in Aussicht gestellt. Die Regierung unterschied in dieser Resolution und in internationalen Verhandlungen noch zwischen „gefährlicher“ und „nicht gefährlicher“ Streumunition. Als „nicht gefährlich“ betrachtete sie Streumunition mit weniger als 1 % Blindgängerquote.

Nach Jahren intensiver Kampagne hat die deutsche Regierung den Vertrag von Oslo. Das bedeutet, dass 95% der Bestände der Bundeswehr an Streumunition vernichtet werden (für bestimmte Alternativwaffen gibt es im Vertrag Ausnahmeregelungen) und dass die deutschen Produzenten die verbotenen Streubomben nicht mehr herstellen und exportieren dürfen.

Mehr zum Vertrag von Oslo, seinen Bestimmungen und Ausnahmen und zur deutschen Position finden Sie hier.

Sensibilisierung der Bevölkerung

Viele Menschen krempeln ale gleichzeitig ein Hosenbein hoch. Im Hintergrund ist das Karlstor, davor ist ein Banner vor dem einige Stelzenläufer und die Menschen stehen
Zeig dein Bein Foto am Münchner Stachus © Erwin Fleischmann / Handicap International

Um die Politik zu beeinflussen, ist es wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger Druck machen. Deshalb informieren wir auf unserer Kampagnenwebsite mit Ausstellungen, Broschüren und intensiver Pressearbeit über die immense Bedrohung durch Streumunition. In München diskutiert und plant eine ehrenamtliche Aktivistengruppe unsere öffentlichen Arbeiten.

Weiterhin bieten wir engagierten Gruppen oder Menschen, die etwas gegen Streubomben unternehmen und die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam machen wollen, eine Reihe an Materialien an, die sie für eigene Aktionen verwenden können, zum Beispiel Ausstellungen, Bücher und Broschüren, Flugblätter zum Auslegen, Filme etc. Eine Übersicht über unsere Materialien finden Sie hier.

Unser 2009 erschienenes Buch der Autorin Sophia Deeg, herausgegeben vom Verlag Horlemann und Handicap International, erzählt zwei spannende Geschichten aus dem Libanon und aus Serbien. Sie bringen uns anschaulich und sehr persönlich die Schicksale von Menschen nahe, deren Leben durch Streubomben eine grausame Wendung nahm. Hier lesen Sie mehr.

Besonders wichtig ist uns auch die Aufklärung von Gruppen oder Klassen durch Vorträge - zum Beispiel an Schulen durch unsere pädagogischen Fachkräfte, die deutschlandweit Klassen besuchen. Außerdem haben wir auch eherenamtliche Referenten und Referentinnen, die gerne einen Vortrag zum Thema Streumunition halten. Diese werden von der EU gefördert, daher fallen für den Veranstalter keine oder nur geringe Kosten an. Interessierte LehrerInnen oder Gruppen können sich hier weiter informieren oder direkt Kontakt zu uns aufnehmen: 

Ruppert Grund, Tel. 089/ 54 76 06 29 oder rgrund@handicap-international.de


Stand: 05/2012

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