Warum ist sie gefährlich?

Streubomben unterscheiden nicht zwischen zivilen und militärischen Zielen

Eine Submunition liegt wie eine liegengebliebene Getränkedose auf dem Boden im Kosovo
Streumunition, Kosovo © Lance Malin/Handicap International

Die Wirkung von Streumunition ist unvorhersehbar auf Grund ihres Mechanismus und der hohen Fehlerquote, also der großen Anzahl an Blindgängern.  

Sobald Submunition aus Streumunition explodiert, werden Hunderte von Splittern freigesetzt, die im Stande sind, jeden, der sich in der Nähe oder sogar in einiger Entfernung der Explosion befindet, zu töten oder ernsthaft zu verletzten. Anders als Landminen, die so konstruiert sind, dass sie eher verstümmeln als töten, enthalten Streumunitionen mehr explosive Kraft und Metallsplitter, die schneller zum Tod führen.  

Unfälle mit nicht explodierter Munition ereignen sich, sobald Menschen die Blindgänger berühren oder versuchen, sie aufzuheben - aus wirtschaftlicher Notwendigkeit, Neugierde oder sozialer Verantwortung. Zivilisten versuchen, ihre Äcker von Munition zu befreien, um ihre Felder bestellen zu können oder um Kinder davon abzuhalten, mit den Munitionen zu spielen. Besonders häufige Opfer sind Hirten, Bauern und spielende oder Feuerholz sammelnde Kinder. Oft versuchen die Menschen aus finanzieller Not, nicht explodierte Munition zu sammeln, um sie als Altmetall zu verwerten und zu verkaufen. Ihre Form, Größe und manchmal auch die leuchtende Farbe machen Streumunition vor allem für Kinder interessant.

Folgen für die Zivilbevölkerung

Dieses kambodschanische Kind wurde von einer Submunition am Rücken verletzt © Handicap International
Dieses kambodschanische Kind wurde von einer Submunition am Rücken verletzt © Handicap International

Jeden Tag verlieren Menschen - häufig Kinder - durch Streumunition ihr Leben oder Gliedmaßen. Durch die bei der Explosion entstehende Druckwelle verbreiten sich die Splitter der Submunition mit hoher Geschwindigkeit und können dabei entsetzlichen Schaden an Gewebe und Organen zur Folge haben. Sogar ein einzelner Splitter kann wie eine Pistolenkugel wirken und zum Beispiel die Milz zerreißen.

Falls ein Opfer den Unfall überlebt, leidet es nachher meist an einer ganzen Reihe von Verletzungen:  

  • Verlust von Armen oder Beinen, Verbrennungen, Stichwunden, gerissene Trommelfelle, Erblinden.
  • Das Opfer und seine Familie erleiden ein lang andauerndes Trauma.
  • Oft werden Menschen bei der Arbeit getroffen. Ganze Familien verlieren so ihre Ernährer.
  • Durch die vielen verletzt Überlebenden steigt die Anzahl der Menschen mit Behinderung in verarmten Ländern.

Soziale Konsequenzen

  • Oft können die verletzten und behinderten Opfer keine aktive Rolle mehr in der Gesellschaft spielen.
  • Vor allem in traditionellen, ländlichen Gegenden können die Opfer aufgrund ihrer Behinderung oft nicht mehr heiraten, Kinder bekommen oder Arbeit finden.
  • Durch die körperlichen Entstellungen fühlen sich die Menschen aus der Gemeinschaft ausgeschlossen.
  • Ein Unfall betrifft ebenso die Verwandten des Opfers, wirtschaftlich wie psychologisch.
  • Verwandte des Opfers können oft nicht mehr für den Lebensunterhalt arbeiten, da sie sich um das Opfer kümmern müssen.
  • Oft können sich die Menschen die teure medizinische Behandlung nicht leisten. Entweder bekommt das Opfer keine Behandlung, oder die Familie muss all ihre Besitztümer verkaufen.
  • Menschen müssen Hunger leiden, da ihre Felder nicht mehr bestellt werden können.

Wirtschaftliche Konsequenzen

Von Streumunition zerstörtes Haus im Libanon. Die Außenwand wurde komplett von Submunition durchschossen.
Von Streumunition zerstörtes Haus im Libanon © J.Rodsted/NPA
  • Felder, Straßen und Wasserstellen werden oft für lange Zeit verseucht und unbrauchbar.
  • Grundstücke sind durch Streumunition unbegehbar, oder vertriebene Menschen haben nicht die Möglichkeit nach Hause zurück zu kehren.
  • Der Zugang zu Dienstleistungen, Krankenhäusern, Schulen oder zur Stromversorgung wird verhindert.

Folgen für die Umwelt

Foto einer ungesichteren zwischen Steinen liegenden Submunition im Libanon © Handicap International
Foto einer Submunitoin im Libanon © Handicap International
  • Verschmutzung von Feldern, Straßen und Wasserstellen
  • Ackerland ist durch Streumunition nicht mehr nutzbar, Vertriebene können nicht mehr nach Hause zurückkehren
  • Eingeschränkter Zugang zu Krankenhäusern, Schulen etc.

Stand: 11/2008

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