Zum Inkrafttreten des Streubombenverbots:

Deutsche Jugendliche schreiben über Streubomben in Laos

Presseerklärung vom 30.07.2010

„Wie sieht die tägliche Bedrohung der Menschen in Laos durch Streubomben aus? Wer tut etwas dagegen? Was wird aus den Opfern?“ 52 junge Leute zwi­schen 15 und 19 Jahren stellten sich diesen Fragen im journalistischen Wettbe­werb von Handicap International und der Berliner tageszeitung. Kurz bevor am 1. August das internationale Verbot von Streubomben in Kraft tritt, schil­derten sie mit beeindruckendem Engagement die bedrohliche Situation, der ihre Altersgenossen in Laos noch Jahrzehnte nach dem Krieg in Südostasien durch die zahlreichen Blindgänger dieser Bomben ausgesetzt sind.

„Ursprünglich wollten die USA damit Infrastruktur und Militäreinrichtungen zerstören bzw. unzugänglich machen – heute sind sie gefährliche Spielgefährten für Kinder wie Dam.“ So schreibt Jan-Hendrik Mautsch aus Fredenbeck, der mit seiner eindringlichen Schilderung des schrecklichen Unfalls des siebenjährigen Dam den ersten Platz im Wettbewerb errang. Er wird gemeinsam mit Handicap International und dem taz-Journalisten Andreas Zumach im Herbst nach Laos reisen, um dort noch mehr über das vergessene Unrecht durch die Millionen Blind­gänger zu erfahren und darüber zu berichten.

Schauspielerin Ulrike Folkerts, die seit vielen Jahren die Kampagne gegen Streubomben unterstützt, begrüßt diese Initiative: „Endlich tritt das Streubom­benverbot in Kraft. Was bleibt, sind unendlich viele verminte Gebiete wie Laos und Opfer, zivile Opfer dieser mörderischen Waffen. Deshalb ist es so wichtig, ein Bewusstsein zu schaffen bei Jugendlichen und in der gesamten Öffentlich­keit, dass wir etwas erreichen können, wenn wir weiterhin die Aufmerksamkeit auf diese Langzeitproblematik lenken und uns um intensive Opferhilfe küm­mern.“

Wenn am 1. August das Streubombenverbot in Kraft tritt, wird es in Laos große Feierlichkeiten geben. Denn seit das südostasiatische Land im Vietnam­krieg massiver bombardiert wurde als je ein anderes Land der Welt, wurden die Menschen dort mit den Millionen explosiven Kriegsresten allein gelassen. Nur wenige Hilfsorganisationen, unter ihnen Handicap International, küm­mern sich um die Beseitigung der Kriegslasten und die Versorgung der Opfer. Das sollte ab dem 1. August anders werden. Denn der Verbotsvertrag fordert von allen beteiligten Staaten – also auch von Deutschland – eine wirkungsvolle Unterstützung der betroffenen Menschen und Regionen.

Der Artikel von Jan-Hendrik Mautsch wird am 31. Juli in der tageszei­tung veröffentlicht. Sie finden ihn und die weiteren drei Siegerbeiträge außerdem auf www.taz.de und auf unserer Seite www.handicap-­international.de.

Fakten, Geschichten und Bilder über Streubomben und die weltweiten Aktionen zum 1. August: www.streubomben.de

Filme zum 1. August von einer Gruppe von Streubombenopfern „Ban Advocates“: www.vimeo.com/album/263082

Information: Dr. Eva Maria Fischer 089/54 76 06-13, 0175-54 29 899

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