440 Millionen Streumunitionen bedrohen 400 Millionen Menschen

Bericht vom Mai 2007

Cover des Berichts Circle of Impact

25 Länder der Welt sind nach Streubombenangriffen von Blindgängern verseucht. 98 % der bekannten Opfer dieser Waffen stammen aus der Zivilbevölkerung. Sie werden getötet und verletzt, wenn sie nach einem Krieg heimkehren oder während sie ihren alltäglichen Arbeiten nachgehen. Diese schockierende Erkenntnis einer vorläufigen weltweiten Studie wird von dem vorgelegten endgültigen Bericht Circle of Impact bestätigt. 

Nach Angaben des neuen Berichts sind weltweit 400 Millionen Menschen davon betroffen, dass ihr Zuhause und ihr Lebensumfeld nach einem Angriff mit Streumunition de facto zu Minenfeldern geworden sind. 13.306 Opfer von Streumunition sind bestätigt, aber die Experten schätzen die wirkliche Zahl auf über 100.000 – denn 96 % der Unfälle ereignen sich in Ländern mit mangelnder Datenerhebung.

Streumunition trifft die Zivilbevölkerung, wenn sie am verwundbarsten ist, nämlich häufig bei der Heimkehr nach einem Krieg. Die Rückkehrenden wissen noch nichts über die Gefahr, die sie erwartet. Die Unfälle passieren, wenn die Menschen ihre Häuser und Gärten betreten und besonders häufig, wenn Kinder nach den schrecklichen Kriegszeiten endlich wieder spielen möchten. Im Kosovo ereigneten sich 53 % der Unfälle mit Streumunition in den zwei Monaten nach dem Kriegsende 1999 – die meisten Opfer waren Jungen zwischen fünf und 15 Jahren.

Mehr als 60 % der Unfälle reißen die betroffenen Menschen mitten aus ihren Alltagsgeschäften. Oft treibt sie die wirtschaftliche Not dazu, auf ihren von Blindgängern verseuchten Feldern zu arbeiten. 76 % der Opfer sind besitzlose Männer und Jungen ohne Ausbildung. Im Süd-Libanon sind fast 90 % der landwirtschaftlichen Flächen mit nicht explodierter Munition verseucht. Mit einem Unfall beginnt für die betroffenen Menschen meist ein Teufelskreis von Auswirkungen: Durch die medizinischen Folgekosten verarmen die sowieso schon geschwächten Familien. Für die behinderten und traumatisierten Überlebenden verringern sich die Bildungschancen und die Möglichkeiten zu arbeiten. Dadurch steigt erneut das Armutsrisiko.

Stand: 11/2008

nach oben

Flagge der Europäischen UnionDie Erstellung dieser Website wird unterstützt durch die Europäische Union. Für die Inhalte ist allein Handicap International verantwortlich; sie reflektieren nicht notwendig die Position der Europäischen Union.