Die USA haben während des Vietnamkonflikts zwischen 1964 und 1973 in Laos Streumunition eingesetzt. Es wurden ca. 415.000 Streubomben abgeworfen. Diese verteilten etwa 260 Millionen Submunitionen, von denen schätzungsweise 13 bis 78 Millionen beim Aufprall nicht explodiert sind und als Blindgänger liegen blieben.

„Am 13. August 2001 verließen drei Kinder im Alter von fünf bis sieben ihr Dorf in der Provinz Savannakhet in Laos, um im Wald Honig zu sammeln. Diese Provinz wurde während des Vietnamkriegs heftig bombardiert.
Der sieben Jahre alte Dam und seine Freunde stießen auf eine tennisballgroße Bombe – eine von tausenden, die im ganzen Land verstreut sind. Trotz der Tatsache, dass den Kindern immer wieder gesagt worden war, dass sie die explosiven Überreste nicht anfassen dürften, und obwohl sie wussten, was es war, warf Dam die Submunition gegen ein Stück Holz. Die anderen beiden Kinder bekamen Angst und liefen davon. Beim zweiten Versuch explodierte die Bombe. Über 25 Jahre nach Ende des Vietnamkriegs hat eine Streubombe ein weiteres Opfer gefordert.
An diesem Tag arbeitete unser Entminungsteam in dieser Gegend. Da wir medizinisches Equipment und vor allem ein Fahrzeug hatten, ging ich hin, um zu sehen, ob wir helfen könnten. Dams Verletzungen waren erheblich. An seinem ganzen Körper hatte er tiefe Wunden, sein linker Oberschenkel war gebrochen und er hatte verschiedene innere Verletzungen. Diese Waffe tat genau das, wofür sie gemacht wurde: Dem Körper ein massives Trauma zufügen, ohne zwangsläufig zu töten.
Wir brachten Dam und seinen Vater nach Savannakhet. Die Reise dauerte vier Stunden mit dem Auto. Nach der Erstversorgung wurde der Junge für eine weitere zweimonatige Rehabilitierung in ein internationales Krankenhaus in Thailand gebracht.
Von den Hunderten, die jedes Jahr von Streumunition getötet, verletzt und verstümmelt werden, ist Dam einer der wenigen, die wieder ganz gesund geworden sind…“

Stand: 11/2008