Opfer aus dem Irak

Irakische Soldaten erfanden den Begriff „Stahlregen“, um die Streumunition zu beschreiben, die 1991 im Kuwaitischen Krieg verwendet wurde. 2003 warfen die USA und Großbritannien innerhalb von drei Wochen fast 13.000 Streumunitionen ab. Diese verteilten geschätzte 1,8 bis 2 Millionen Submunitionen. Durch Unfälle mit Streubomben wurden hunderte Zivilisten getötet oder verletzt, aber auch US-Soldaten gehören zu den Opfern (siehe Bericht). Sechs Monate nach Kriegsende zählte man 1.000 verletzte und 1.000 getötete Zivilisten durch Streubombenunfälle.  

Was besonders beunruhigend ist, ist die Tatsache, dass die Streumunition vermehrt über bewohntem Gebiet abgeworfen wurde.

 

Wahid, 12 Jahre alt

Wahid im Krankenhaus
Wahid im Krankenhaus © A. Carle / Handicap International

Wahid Kamel ist 12 Jahre alt und lebt in der Nähe von Kerbala im Irak. Das Gebiet wurde bombardiert und bis heute liegen dort noch zahllose nicht explodierte Submunitionen.  

Einige Monate nach dem Ende des Konflikts ging Wahid mit seinem neun Jahre alten Bruder in seinem Viertel spazieren, als die beiden Jungen von einem metallisch glänzenden Objekt angezogen wurden. Wahid hob es neugierig auf. Die Submunition explodierte in seiner Hand.  

Das Gebiet war trotz der offensichtlichen Anwesenheit von Zivilisten mit Streumunition bombardiert worden.

Die Verletzungen Wahids sind schwer: Die rechte Hand abgerissen, drei Finger der linken Hand amputiert. Der Körper von Metallsplittern durchlöchert, vor allem ein Knie, der linke Fuß und sein Oberkörper und Kopf sind betroffen.

Wahid musste vier Mal operiert werden. Sein Bruder hatte mehr Glück: Nur seine Beine wurden durch die Bombensplitter verletzt.

Da von den Angreifern für solche Unfälle keinerlei Verantwortung übernommen wird, mussten Wahids Eltern den Großteil ihres Besitzes verkaufen, um die Behandlung ihrer Söhne bezahlen zu können.

Stand: 11/2008

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