Interview mit Danijel Ivić

Danijel Ivić, Interview mit Al Jazeera, Belgrad, 4. Oktober 2007

Hallo, ich bin Danijel Ivić, ich komme aus dem Kosovo und lebe heute in Serbien. Ich bin 19 Jahre alt. Als ich elf Jahre alt war, wurde ich verletzt. Damals lebte ich im Kosovo. Ich ging raus aufs Feld, um meinem Vater zu helfen. Der Acker war 20 km von meinem Dorf entfernt. Ich nahm eine Abkürzung. Ich wusste, dass dort viele Bomblets waren, aber das Gebiet war nicht markiert, also kannte ich ihre genaue Lage nicht. Deswegen nahm ich eine Abkürzung und stieg auf eine Submunition einer Streubombe.

Ich wurde verletzt und verlor beide Beine und ein Auge. Man brachte mich ins Krankenhaus nach Belgrad, wo ich elf Monate verbrachte. Ich brauchte vier Monate, um wieder Laufen zu lernen. Das ist die ganze Geschichte.

Ich wurde eingeladen, an der Konferenz in Belgrad teilzunehmen. Es ist sehr wichtig, dass ich hier bin. Die Stimmen der Verletzten und der Überlebenden sollten gehört werden. Wir werden viele Lösungen finden. Meine Erwartungen sind echt: Ich erwarte ein Verbot von Streumunition bis Ende 2008. Viele Länder sind hier und ich hoffe, dass sie erfolgreich sein werden.

Dienstag, 27. November 2007, Nachricht von Danijel Ivić aus Serbien

Ich bin froh zu hören, dass meine Freunde, die Advocates aus Serbien, auf dem Weg zur Konferenz nach Wien sind. Jetzt, wo sie wissen, wie wichtig die Rolle der Opfer ist und nach den tollen Erfahrungen in der Arbeit mit so vielen betroffenen Menschen auf der ganzen Welt bei der Konferenz in Belgrad wünsche ich mir, dass sie ihre Stimmen nochmals und noch lauter gegen Streumunition erheben.

Sie müssen einem möglichst großen Publikum klar machen, wie gefährlich diese Waffe ist und darauf bestehen, dass alle Arten von Waffen verboten werden. Ich wünsche allen Advocates, dem Team von Handicap International sowie allen Teilnehmern an der Konferenz in Wien viel Erfolg.

Stand:11/2008

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