Betroffene als Anwälte der Kampagne gegen Streubomben

Handicap International hat eine Gruppe von Opfern von Streumunition aus verschiedenen Ländern versammelt, die durch ihr persönliches Beispiel die Forderung der Cluster Munition Coalition nach einem völligen Verbot von Streumunition unterstützen: Die „Ban Advocates“. Sie haben an den Konferenzen des Oslo-Verbotsprozesses teilgenommen und sich dort an Diplomaten, Politiker und Öffentlichkeit gewandt. Ihre Geschichten und Reden finden Sie in englischer Sprache unter www.banadvocates.org.

Hier einige Beispiele in deutscher Sprache:

Soraj
Soraj Ghulum Habib © banadvocates.org

Soraj Ghulam Habib: Er ist 16 Jahre alt und stammt aus Herat, Afghanistan. Im Alter von 10 Jahren wurde er beim Spielen während eines Picknicks mit der Familie durch den Blindgänger einer Submunition verletzt. Ein Cousin wurde beim selben Unfall getötet, ein Onkel und zwei weitere Cousins wurden ebenfalls verletzt. Im Krankenhaus glaubten die Ärzte nicht daran, dass Soraj überleben könnte, doch sein Vater kämpfte um sein Leben. Soraj: „Im Krankenhaus redeten sie über mich, als wäre ich kein Mensch mehr.“ Er überlebte, aber er verlor beide Beine. „Unsere Familie war nach diesem Unfall nie mehr wie früher. Jetzt, wo ich älter bin, ist es für mich schwerer als für andere, Arbeit zu finden. Ich fordere alle Staaten dazu auf, sich dem Oslo-Prozess anzuschließen und sofort Streubomben zu verbieten!“ Soraj spricht Dari.

>> Interview mit Soraj Ghulam Habib

Branislav Kapetanovic
Branislav Kapetanovic © banadvocates.org

Branislav Kapetanovic: Er war Räumungsexperte in der jugoslawischen Armee, als er 2000 während der Räumungsarbeiten durch Streumunition verletzt wurde. Als Experte wusste er genau, wie gefährlich diese Blindgänger waren. Er hatte die Munition nicht einmal berührt. Branislav verlor beide Arme und Beine. Er spricht serbisch.

>> Interview mit Branislav Kapetanovic

Dejan
Dejan Dikic © banadvocates.org

Dejan Dikic: Er stammt aus Nis in Serbien und ist Lehrer in einer weiterführenden Schule. Am 12. Mai 1999 befand er sich während einer NATO-Bombardierung gerade zuhause. Beim Versuch, seinen Sohn in Sicherheit zu bringen, wurde er am Bein verletzt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er weitere schwer verletzte Opfer von Streubomben sah. Dejan spricht Serbisch und Englisch.

Danijel Ivić: Daniel Ivić ist 19 Jahre alt und stammt aus dem Kosovo. Mit 11 Jahren hatte er einen Unfall mit einer Streumunition.

>> Interview mit Danijel Ivić

Vicko und Dusica Vuckovic
Vicko und Dusica Vuckovic © banadvocates.org

Sladjan Vučković: Er war früher Räumungsexperte in der jugoslawischen Armee und wurde am 25. April 1999 bei Räumungsarbeiten durch eine Submunition BLU 97 verletzt. Es war die 107. Submunition, die er an diesem Tag räumen wollte. Er verlor bei diesem Unfall beide Arme und erlitt Verletzungen am rechten Bein und im Gesicht. Sladjan war damals bereits verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Frau Dusica sieht sich als Teil der Gruppe der Opfer. Beide sprechen serbisch.

Umarbek Pulodov
Umarbek Pulodov © banadvocates.org

Umarbek Pulodov: Er ist 21 Jahre alt und stammt aus Tadschikistan. Im Februar 1992 wurde sein Dorf mit Streumunition bombardiert. Sein älterer Bruder, sein Onkel und sein Fahrer wurden getötet, seine Schwester und zwei kleine Brüder wurden gemeinsam mit Umarbek schwer verletzt. Umarbek verlor ein Auge. Heute ist er dabei, einen Englischkurs zu belegen. Er spricht Russisch, Tadschik und Englisch.

Ahmed Najem
Ahmed Najem © banadvocates.org

Ahmed Najem: Er ist ein früherer Soldat aus dem Irak. Als er 1991 auf einer Straße seiner Heimat entlangging, sah er eine Art Kiste auf dem Boden liegen. Als er sie aufhob, explodierte sie in seiner Hand. Durch diesen Unfall verlor er seinen rechten Arm. Ahmed spricht arabisch.

 

Stand: 11/2008

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