Besorgniserregender Einsatz von Streumunition im Südsudan

Der UN Mine Action Service hat im Südsudan auf der Straße nach der Hauptstadt Juba nahe der Stadt Bor neue Kontamination durch Streumunition festgestellt.  UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon verurteilte den Einsatz von Streumunition im Südsudan in einer gestern veröffentlichten Stellungnahme. Die Cluster Munition Coalition CMC fordert eine sofortige Untersuchung dieses erneuten Einsatzes von Streumunition.

Eine Gruppe von Menschen sitzt im Kreis und wird über die Gefahr von Minen aufgeklärt
Schon vor dem aktuellen Streubombeneinsatz mussten die Kinder im Südsudan über die Gefahren durch explosive Kriegsreste aufgeklärt werden. © Handicap International

„Jeglicher Einsatz von Streumunition – gleichgültig wo und von wem, ist empörend. Dieser Vorfall muss unverzüglich untersucht werden. Momentan wird versucht, die bereits vorhandene Streumunition im Land zu räumen. Es ist unverantwortlich, eine weitere Verseuchung des Südsudans zu verursachen. Weltweit sind Regierungen dazu aufgerufen, sich gegen jeglichen weiteren Einsatz von Streubomben  einzusetzen und damit Menschen, insbesondere Frauen und Kinder, im Südsudan und weltweit, vor Verletzungen zu schützen“, so Geoffrey L. Duke, Sekretariatsleiter des „South Sudan Action Network on Small Arms“ (SSANSA).

Es ist unklar, ob die Regierungstruppen des Südsudan, oppositionelle Rebellen oder ugandische Truppen, die die Regierung des Südsudan unterstützten, für den Einsatz verantwortlich sind. Südsudan ist dem Streubombenverbotsvertrag von 2008, der  die Waffe ächtet, noch nicht beigetreten. Uganda hat den Vertrag zwar unterzeichnet, jedoch noch nicht ratifiziert.

Südsudan leidet bereits unter Verseuchung durch den früheren Einsatz von Streumunition. Laut dem „Cluster Munition Monitor“, der CMC-Forschungs-Publikation, wurden Überreste von Streumunition in allen zehn Staaten des Südsudans entdeckt.

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