Wer produziert Streubomben?

28 Staaten produzierten im Jahr 2008 Streumunition:

Ägypten, Brasilien, Bulgarien, China, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Indien, Irak, Iran, Israel, Italien, Japan, Nordkorea, Pakistan, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Serbien, Singapur, Slowakei, Spanien, Südafrika, Südkorea, Türkei, USA.

Insgesamt haben mindestens 34 Staaten Streumuniution hergestellt; 17 davon produzieren laut Schätzungen auch noch im Jahre 2009.

Hier finden Sie eine Karte mit den Ländern, die Streumunition produzieren oder produziert haben (Stand 2009).

17 Staaten haben seit den fünfziger Jahren Streumunition exportiert:

Ägypten, Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Moldawien, Russland, Schweden, Serbien, Slowakei, Spanien, Südafrika, Südkorea, Türkei, USA. 

Hier finden Sie eine Karte mit den Ländern, die Streumunition exportiert haben.

Produktion in Deutschland:

Etwa 30 Millionen Submunitionen wurden 2007 noch in Deutschland gelagert. Ein großer Teil davon besteht aus veralteten Modellen, die beim Abwurf viele Blindgänger hinterlassen. Bis zu 40% der abgeworfenen Submunition des Typs M77 (Firma Diehl) explodiert nicht sofort und könnte somit noch jahrzehntelang eine Bedrohung für die Zivilbevölkerung der betroffenen Länder darstellen.

Rheinmetall und auch EADS sind zwei weitere bekannte Firmen, die an der Herstellung, Entwicklung und dem Export von Streumunition und Systemen, um die Munition abzuwerfen, beteiligt sind bzw. waren.

Eine positive Entwicklung ist es, dass die Bundesregierung im Dezember 2008 den Vertrag über ein Verbot von Streumunition in Oslo unterzeichnet hat (s.a. "Der Weg zum Verbot"). Dieser verbietet nicht nur den Einsatz, sondern auch Entwicklung, Produktion, Lagerung und Transfer von allen bisher in militärischen Konflikten zum Einsatz gekommenen Typen von Streumunition.

Wenn der Vertrag voraussichtlich 2010 in Kraft tritt, wird diese Waffengattung aber immer noch nicht vollständig aus den Arsenalen der beteiligten Staaten verbannt. So genannte "alternative Streumunition" wird im Vertrag nicht als Streumunition definiert und darf deshalb weiterhin verwendet werden.
Um vom Verbot ausgenommen zu werden, müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden, z.B. muss jede einzelne Submunition mindestens 4 Kilo wiegen, selbstständig Ziele finden und zerstören können und über eine elektronische Selbstzerstörung, bzw. -deaktivierung verfügen.

Die SMArt-155 Submunition (Rheinmetall und Diehl) wird in Deutschland hergestellt und vom Hersteller als technologisch weltweit führend in diesem Bereich beschrieben. Angeblich ist sie in der Lage, Ziele sicher zu erkennen "und diese von Falschzielen zu unterscheiden." Wahrscheinlich wurden schon über 25.000 SMArt-Munitionen ("Submunition Artillerie") produziert. Der Stückpreis wird auf 20.000 Euro geschätzt. Einige Länder, z.B. Großbritannien und die Schweiz, haben die SMArt-Munition in Deutschland bestellt.

Handicap International und das Aktionsbündnis Landmine sehen die Ausnahmeregelung für die SMArt-Munition im Oslo-Vertrag recht kritisch. Bis heute wissen wir nicht, ob diese Waffen wirklich so sicher funktionieren, wie es die Hersteller behaupten – Testergebnisse werden nicht veröffentlicht. Woher sollen wir dann wissen, ob diese Waffen nicht doch, ähnlich wie herkömmliche Streubomben, beim Einsatz versagen und zivile Ziele treffen, oder gefährliche Blindgänger hinterlassen?

Stand: 06/2009

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