Großes Wochenende für das Streubombenverbot

Am 25. September haben Frankreich und Burundi das Abkommen über ein Verbot von Streumunition ratifiziert. Nachdem Malta und Uruguay am Tag davor ratifiziert hatten, bilden Frankreich und Burundi nun den 20. und 21. Staat, die die Konvention ratifiziert haben. Dazu kommt, dass Zypern und St. Vincent und die Grenadinen den Vertrag am selben Wochenende unterzeichnet haben – damit steigt die Anzahl der Unterzeichnerstaaten auf 100.    

Anlässlich des 64. Treffens der Generalversammlung der Vereinten Nationen hinterlegte der französische Außenminister Kouchner die Ratifizierungsurkunde des Oslo-Vertrags über ein Verbot von Streubomben bei den Vereinten Nationen in New York. Handicap International begrüßt die Ratifizierung als weiteren Schritt in Richtung des baldigen Inkrafttretens des Vertrags, ruft den Staat aber gleichzeitig dazu auf, seine Versprechungen zu halten und auch tatsächlich zu handeln. Frankreich zählt zu den Ländern, die bisher am wenigsten finanzielle Unterstützung für Minen- und Streubombenaktionen leisten. Sobald der Vertrag in Kraft tritt, wird Frankreich alle nötigen Mittel mobilisieren müssen, um die Auflagen dieses internationalen Gesetzes zu erfüllen.  

 

Foto der 15. Schuhpyramiden in Frankreich

© P. Grappin für Handicap International

Mit den Schuhpyramiden, die am 26. September in 32 französischen Städten stattfanden, sollte der Staat von der breiten Öffentlichkeit an seine Verpflichtungen erinnert werden. Sie fanden zum 15. Mal in Frankreich statt, um Bürger zu mobilisieren und gemeinsam mit ihnen Solidarität für die Opfer von Minen und Streubomben zu fordern.

Die Aktionen sollten dieses Jahr speziell auf die dramatische Situation der 500.000 Überlebenden von Unfällen mit Minen und anderen explosiven Überresten von Kriegen aufmerksam machen. Im Jahr 2008 verkündete die Kampagne gegen Landminen, dass von den 431 Millionen Dollar, die in die Bekämpfung von explosiven Kriegsresten flossen, nur 1 % bei den Überlebenden ankam. Diese Summe ist unzureichend, um die volle Breite ihrer Bedürfnisse abzudecken.

Die bei den Pyramiden verteilten Petitionslisten trugen dieses Jahr das Motto „Die Opfer können nicht warten!“. Jedes Jahr werden bei den Schuhpyramiden insgesamt mehr als 70.000 Unterschriften gesammelt.

Noch während die Schuhpyramiden in vollem Gange waren, erreichte uns eine  traurige Nachricht, die auch die Freude über die zahlreichen Ratifizierungen an diesem Wochenende trübte: In der Stadt Buzim in Bosnien-Herzegowina wurden in diesen Tagen wieder drei Menschen (zwei Brüder und ihre Schwester) schwer verletzt, als sie auf eine noch aus dem Krieg stammende Submunition stießen. Obwohl diese Stadt bereits als geräumt und sicher galt, lagen die Submunitionen offensichtlich auf dem Hausdach versteckt. Die drei Geschwister sammelten Dachziegeln in der Hoffnung, sie verkaufen zu können. Glücklicherweise konnte ihre Lage nach mehrerer schweren Operationen stabilisiert werden.

Dieses Beispiel verdeutlicht nur noch einmal mehr, wie wichtig es ist, dass alle Staaten den Vertrag unterzeichnen und den betroffenen Ländern geholfen werden kann!

Weitere Schuhpyramiden in Luxemburg

Auch in Luxemburg sind für das Wochenende vom 3. Oktober Schuhpyramiden für die Opfer von Minen und Streubomben geplant. Die Werbung dafür hat schon begonnen - die Städte sind tapeziert mit dem Motiv der Kampagne: " Jeden Tag werden unschuldige Menschen zu Opfern von Streubomben. STOP! Wir dürfen die Opfer nicht vergessen."

Bild einer Bushaltestelle, die mit den Plakaten der Kampagne tapeziert ist

Eine Bushaltestelle mit den Motiven der Kampagne © Handicap International

Bild einer großen Mauer mit symbolischen Bildern von Opfern

Eine große Mauer mit symbolischen Bildern von Opfern © Handicap International

Stand: 09/2009

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