Die österreichische Sektion der Internationalen Kampagne gegen Streubomben CMC und Handicap International organisierten am vergangenen Samstag, den 1.12.07, eine große Kampagnenveranstaltung mit einer symbolischen Schuhpyramide vor dem Wiener Burgtheater. Diese große Veranstaltung diente der Mobilisierung der Öffentlichkeit vor der Internationalen Wiener Streubombenkonferenz, zu der 127 Staaten und über 100 Nicht-Regierungs-Organisationen vom 4. bis 7. Dezember zusammentreffen, um über ein Verbot von Streumunition bis Ende 2008 zu verhandeln. Etwa 3500 Unterschriften für eine internationale Petition gegen Streumunition wurden allein an diesem Tag in Wien gesammelt. Zusammen mit Hunderttausenden weiteren österreichischen und internationalen Unterschriften werden sie Außenministerin Ursula Plassnik am 5. Dezember übergeben.
Kampagnenveranstaltung in Wien © Handicap International
Ähnliche Kampagnenveranstaltungen mit Schuhpyramiden, bei denen die Bürgerinnen und Bürger mit den Opfern von Streumunition ausdrücken, haben in den letzten Jahren Hunderttausende Menschen in Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Luxemburg versammelt. Diese Mobilisierung hat grenzüberschreitend wichtige politische Ergebnisse befördert, so wie die Verbotsgesetze in Belgien und Luxemburg. In Österreich wird ein nationales Gesetz für ein Verbot von Streumunition noch am 5. Dezember erklärt werden. “Auf der Grundlage unserer Arbeit und unserer Kooperation mit dem österreichischen Auswärtigen Amt hat das österreichische Gesetz ein weltweites Beispiel gesetzt. Das österreichische Verbot sieht keine Ausnahmen für bestimmte Streumunitionen vor. Das ist eine Bestätigung für die führende Rolle, die Österreich im Oslo-Prozess einnimmt“, sagte Judith Majlath, Gründerin und Direktorin der CMC Österreich, einer der treibenden Kräfte im Verbotsprozess.
1995 haben Handicap International, eine internationale Hilfsorganisation, die in mehr als 55 Ländern der Welt arbeitet, und Austrian Aid for Mine Victims, heute CMC Österreich, bereits eine Schuhpyramide vor dem österreichischen Parlament organisiert, um ein Verbot von Landminen zu fordern. Am Samstag wurde nun erneut eine symbolische Schuhpyramide vor dem Burgtheater errichtet, um über 10 Jahre später ein Verbot von Streumunition zu erreichen. Die Veranstaltung fand nur wenige Tage vor dem Beginn der Internationalen Streubombenkonferenz statt, die das österreichische Außenministerium ausrichtet. Zu der Kampagnenveranstaltung am Samstag hatten sich Handicap International und die CMC Österreich, die beide die Cluster Munition Coalition mit begründet haben, wieder zusammengeschlossen.

Der Aktionsbus vor dem Wiener Burgtheater. © Handicap International
Auf dem Platz vor dem Burgtheater war die Öffentlichkeit eingeladen, ihre Solidarität mit den Opfern von Streumunition auszudrücken und den internationalen Verbotsprozess mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Verschiedene Aktivitäten wurden rund um die Pyramide organisiert, darunter Präsentationen der Räumung von Streumunition durch einen Experten und ein Kampagnenbus aus Deutschland, der eine große Bombenattrappe mit sich führte, an die Botschaften des Protests geheftet waren. Verschiedene Beiträge bekannter Musiker zogen das Publikum an, darunter das No-Problem-Orchestra, ein einzigartiges Orchester behinderter Musiker. Etwa 3500 Besucherinnen und Besucher entschieden sich dafür, ein Verbogt von Streubomben durch ihre Unterschrift zu unterstützen. Insgesamt haben etwa 6.000 Österreicherinnen und Österreicher diese Petition unterschrieben. 1,5 Millionen Europäer unterstützten die Petition schon früher – und fordern damit ein globales Verbot von Streumunition. Dieses Signal dürfen die Staaten nicht ignorieren!
Fotos der Veranstaltung finden Sie im Pressebereich.
Stand: 12/2007
