Quer durch Bayern und Österreich fuhr vom 28.11. bis 1.12.2007 ein Kampagnenbus, um dem Protest der Zivilgesellschaft gegen Streubomben Ausdruck zu verleihen. Der spektakuläre Bus von Handicap International und der „Cluster Munition Coalition“, vor dem ein Mahnmal in Form einer großen Bombe aufgebaut war, startete in München und fuhr über Augsburg, Nürnberg, Ingolstadt und Salzburg nach Wien, wo vom 4. bis 7. Dezember mehr als 100 Staaten über ein Verbot von Streubomben berieten.

Der Aktionsbus auf dem Münchner Odeonsplatz © Handicap International
„Wenn wir hier mit den Menschen reden und sie ihre Protestbotschaften an unser Mahnmal hängen, spüren wir deutlich, dass die Bevölkerung hinter unseren Forderungen steht“, stellte Eva Maria Fischer, Kampagnensprecherin von Handicap International, beim Auftakt der Bustour in München fest. „Wir wollen erreichen, dass in Wien der Weg zu einem völligen Verbot von Streubomben bereitet wird.“ Einen Tag vor Beginn der Konferenz, am 3. Dezember, hatte das Aktionsbündnis Landmine, dem Handicap International angehört, eine Million Unterschriften gegen Minen und Streubomben an die Bundeskanzlerin übergeben. Die deutsche Regierung war auch in Wien dabei, sie wollte aber bis dorthin Streubomben nur mit langen Übergangsfristen und technischen Einschränkungen verbieten. Bis heute lagert die Bundeswehr Millionen Streubomben – hergestellt auch von deutschen Produzenten. Für die Zukunft setzt die Regierung, wohl im Interesse dieser Firmen, auf die Entwicklung von Alternativwaffen.
„Unsere Erfahrung verbietet uns, an technische Alternativen und Lösungen zu glauben“, betonte jedoch der Räumungsexperte Rae McGrath, internationaler Kampagnensprecher für Handicap International. Er informierte zusammen mit andern Experten am 4. Dezember beim Internationalen Forum der Cluster Munition Coalition in Wien zum Auftakt der Konferenz die Diplomaten, Politiker, Medien und die Öffentlichkeit über die extremen humanitären Auswirkungen von Streubomben.

Der Aktionsbus vor dem Wiener Burgtheater © Handicap International
In Wien war der Bus am 1. Dezember Teil einer großen Protestveranstaltung vor dem Burgtheater in der Innenstadt. Neben Konzerten, Ausstellungen etc. wurde dort eine Schuhpyramide errichtet – ein Mahnmal für die Opfer von Streumunition.
Stand: 12/2007
