Der letzte Meilenstein vor der großen Streubombenkonferenz in Wien war die Regionalkonferenz in Brüssel im Oktober 2007, zu der die belgische Regierung eingeladen hatte. Im Mittelpunkt standen zwei Aspekte, die besonders wichtig für die humanitäre Ausrichtung des zukünftigen Vertrags sind: die Vernichtung der weltweiten Bestände an Streumunition und die Versorgung der Opfer.
Thomas Frisch vom deutschen Verteidigungsministerium sprach im ersten Teil der Konferenz über die Vernichtung von Munitionsbeständen im Rahmen internationaler Verträge. Seine klaren Worte ließen die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter humanitärer Organisationen aufhorchen. Frisch betonte die enormen Kosten, die dazu zwingen könnten, eine Vernichtung von Lagerbeständen zu verzögern. Die Entwicklung einer neuen Generation sensorengesteuerter Alternativwaffen benannte er hingegen als klare Priorität – ungeachtet der weitaus größeren Kosten.
„Wie schon bei der Konferenz betroffener Länder in Belgrad haben die deutschen Diplomaten auch heute wieder die wirtschaftlichen Interessen deutlich vor humanitäre Anliegen gestellt. Das ist für uns nicht akzeptabel, denn als Hilfsorganisation haben wir in erster Linie die Versorgung der betroffenen Menschen und die Vermeidung weiterer Opfer im Blick“, sagte François De Keersmaeker, Geschäftsführer von Handicap International Deutschland, nach der Brüsseler Konferenz.
Stand: 10/2007
