Streubombenkonferenz in Belgrad: Die Stimme der betroffenen Länder und Menschen

22 der von Streumunition betroffenen Staaten trafen sich am 3. und 4. Oktober 2007 in Belgrad, um ihre Erfahrungen auszutauschen. Die Konferenz, zu der das Außenministerium Serbiens eingeladen hatte, sollte die Bedürfnisse dieser Staaten nach Räumung, Opferhilfe und internationaler Unterstützung zusammenführen. Sie sollte aber auch die anderen Staaten, die an dem internationalen Prozess beteiligt sind, dazu auffordern, die Erwartungen der betroffenen Staaten in den Mittelpunkt der zukünftigen Verhandlungen zu stellen.

Nicht nur offizielle Repräsentanten der genannten Staaten waren in Belgrad, sondern auch betroffene Menschen aus Afghanistan, Irak, Libanon, Serbien, Tadschikistan und Uganda. Diese Menschen, die Streubombenunfälle schwer verletzt überlebt haben, waren sich einig in ihrer Forderung nach einem klaren und effektiven Verbot aller Streumunition. „Ich erwarte einen starken Vertrag, der nicht nur diese Waffen verbietet, sondern auch die Opfer unterstützt. Wir, die Überlebenden, sind nicht nur hier, um für unsere eigenen Rechte zu kämpfen, sondern auch, um die Leben der zahllosen Menschen zu schützen, die noch nicht verletzt worden sind“, sagte Firoz Ali Alizada, Kampagnenbeauftragter von Handicap International in Afghanistan.

Die Belgrader Konferenz legte auch einen Fokus auf das Risiko des Handels mit Streumunition, da mindestens 75 Staaten der Welt momentan Milliarden von Submunitionen für Streumunition lagern. Sollten diese Munitionen zum Einsatz kommen, könnte eine Situation entstehen, die noch die Problematik durch Landminen übertrifft.

Während der Konferenz erklärte Serbien, das nicht nur von den Folgen eines Streumunitionseinsatzes betroffen ist, sondern selbst diese Waffen früher eingesetzt, produziert und gelagert hat, dass ein nationales Moratorium geplant sei, um einen zukünftigen Einsatz zu verhindern. Uganda und Montenegro kündigten die Zerstörung ihrer Lagerbestände an, und sowohl Montenegro also auch die Demokratische Republik Kongo sagten ihre zukünftige volle Unterstützung des Osloprozesses zu.

Außer diesen beiden nahmen noch sieben weitere Staaten zum ersten Mal an einer internationalen Streubombenkonferenz teil: Aserbaidschan, Äthiopien, Irak, Sierra Leone, Sudan, Tadschikistan und Vietnam. Nur Eritrea, Saudi Arabien und Syrien hatten nicht positiv auf die Einladung durch Serbien reagiert. Auch weitere, nicht betroffene, Staaten, die den Verbotsprozess voll unterstützen, waren in Belgrad präsent, unter ihnen Norwegen, Österreich, Neuseeland und Mexiko.

Stand: 10/2007

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