Konferenz in Lima, Mai 2007

Der Wunsch nach einem Verbot von Streubomben

Das Konferenzgebäude in Lima
© S. Montanvert/ Handicap International

Bei der Konferenz in Lima handelte es sich um eine wichtige Konferenz im Rahmen des Oslo-Prozesses, die vom 23.-25. Mai 2007 in Lima in Peru stattfand. Nach dem Treffen in Oslo im Februar 2007, bei dem sich 46 Staaten bereit erklärt hatten, einen Vertrag über ein Verbot von Streumunition auszuarbeiten, wuchs das internationale Interesse und weitere 28 Länder kamen dazu, um ebenfalls an den Verhandlungen teilzunehmen.

Bei der Konferenz bildeten sich erste Spannungen heraus zwischen denjenigen Staaten, die ein umfassendes Verbot fordern und denen, die nur bestimmte Arten von Streubomben verbieten wollen. Obwohl eine deutliche Bereitschaft zum Handeln von Seiten der Staaten spürbar war, vor allem was die Opferhilfe betrifft, blieb das Ergebnis der Konferenz voller Gegensätze. Die Staaten waren sich nicht einig über die Frage, welche Typen von Streumunition verboten werden sollen.

Um eine möglichst große Anzahl von Ländern zur Teilnahme an dem Prozess zu bewegen, basiert die Erklärung von Oslo, die die Grundlage für den Vertragstext darstellt, auf einer mehrdeutigen Formulierung: Sie besagt, dass Streubomben verboten werden müssen, die „inakzeptable Schäden für die Zivilbevölkerung verursachen“. Diese Formulierung wird es den teilnehmenden Staaten des Oslo-Prozesses im weiteren Verlauf ermöglichen, darüber zu diskutieren, welche Arten von Streumunition akzeptabel sind und welche nicht. Die Länder, die am meisten von Streumunition betroffen sind, sind jedoch mit dieser undeutlichen Definition nicht einverstanden.

Tatsächlich verliefen die Diskussionen über Opferhilfe und Räumung der nicht explodierten Sprengkörper ziemlich positiv: Die Staaten, die sich zu diesem Thema äußerten, unterstützten eine breite Definition des Wortes „Opfer“, die sowohl die Unfall-Opfer selbst als auch ihre Familien und Gemeinschaften mit einschließen soll.

Im Gegensatz dazu haben sich bestimmte Staaten wie Deutschland für eine technische Verbesserung von Streubomben ausgesprochen: Zum Beispiel sollen Selbstzerstörungsmechanismen dazu führen, dass einige Arten aus dem Verbotsvertrag ausgeschlossen werden und damit künftig erlaubt bleiben können. Der Spielraum für die Definition von Streumunition in dem zukünftigen Vertrag bleibt also sehr groß.

Mehr zur Konferenz:

1. Lima-Tagebuch und Diskussionsvorlagen

2. Artikel und Presseerklärung von Handicap International

Stand: 05/2007

nach oben

Flagge der Europäischen UnionDie Erstellung dieser Website wird unterstützt durch die Europäische Union. Für die Inhalte ist allein Handicap International verantwortlich; sie reflektieren nicht notwendig die Position der Europäischen Union.