
Dieses Projekt umfasst zwei Bereiche. Ein Bereich betrifft die Räumung von Blindgängern. Das sind sowohl die individuelle Bombenräumung vor Ort, d.h. Entschärfung eines Blindgängers an einer bestimmten Stelle, als auch die systematische Säuberung eines bestimmten Gebiets (z.B. eines Reisfelds).
Der andere Bereich befasst sich mit der Sensibilisierung der Bevölkerung für die Gefahren, die von Blindgängern ausgehen. Von Handicap International ausgebildete, freiwillige Helfer klären die Dorfbewohner auf und suchen gemeinsam mit ihnen nach alltagstauglichen Lösungen zur Vermeidung von Unfällen mit explosiven Kriegsresten. Ein besonderes Augenmerk richten die Aufklärer auf die Familien, in denen die Kinder durch die Sammlung von Metall zum Lebensunterhalt beitragen. Sehr häufig kommen sie dabei mit den hoch gefährlichen Bombenresten in Berührung.
Menschen mit Behinderung in Laos – dazu gehören auch viele Opfer von Streubombenunfällen – haben nur sehr begrenzten Zugang zu Rehabilitations- und Hilfseinrichtungen, denn die bestehenden Einrichtungen konzentrieren sich auf die großen Städte. Das Rehabilitationsprojekt "Réadaptation à base communautaire", RBC, nutzt die vorhandenen Infrastrukturen, um den Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung sowie die Integration der Betroffenen in ihre Gemeinden zu verbessern. In einem neueren Projekt besuchen Teams von Ärzten, Krankenschwestern, Orthopädietechnikern und Physiotherapeuten die Dörfer, um bedürftigen Menschen ganz direkt beistehen zu können.
Im Jahr 2000 wurde das Programm von Handicap International in Laos um das Strassensicherheitsprojekt ergänzt. Der motorisierte Straßenverkehr hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen, was zu einer stark erhöhten Zahl von Verkehrsunfallopfern führt. 2008 starben bei Verkehrsunfällen mindestens 616 Menschen und wurden 8.985 verwundet. Handicap International unterstützt die lokalen Behörden bei der Verbesserung der Infrastrukturen, der Gesetzgebung und der Sammlung von Daten über Unfälle im Straßenverkehr. Die Organisation führt darüber hinaus Aufklärungsaktionen zur Sicherheit im Straßenverkehr für die Bevölkerung durch, z.B. in Schulen (Tragen eines Helms, Vermeidung riskanten Verhaltens usw.).
Die wenigsten laotischen Mütter (nur 7%) bringen ihre Kinder in Gesundheitseinrichtungen zur Welt. In abgelegenen ländlichen Regionen haben die Frauen vor und nach der Geburt nicht einmal Zugang zu ausreichender Ernährung und Trinkwasser. Diese Umstände führen zu einer hohen Mütter- und Kindersterblichkeit. Besonders kleine Kinder bekommen Krankheiten, die zu langfristigen Behinderungen führen können. In einem neuen Projekt schult und unterstützt Handicap International gezielt die Mütter in den betroffenen Regionen darin, Krankheiten und Behinderungen bei ihren Kindern zu vermeiden.
Gemeinsam mit der Vereinigung behinderter Menschen in Laos (LDPA) versucht Handicap International in einem weiteren Projekt, die Arbeitschancen von Menschen mit Behinderung zu verbessern. Dazu wurden verschiedene Arbeitgeber in Vientiane aufgesucht, um zu ermitteln, welche Voraussetzungen für eine Beschäftigung von Menschen mit Behinderung nötig wären. Das gibt der LDPA die Möglichkeit, sich entsprechend vorzubereiten – und die möglichen Arbeitgeber konnten durch den neuen Kontakt erfahren, welche Fähigkeiten diese Menschen in ihre Betriebe einbringen könnten.
Stand: 02/2010