Die Geschichte von Ta - ein Ban Advocate erzählt

Foto von Ta, der beide Arme verloren hat
Ta bei einem Interview in Ventiane im Oktober 2008 © Ban Advocates

Die Ban Advocates sind eine Gruppe von Menschen, die einen Unfall mit Streubomben überlebt oder Angehörige dabei verloren haben. Sie stammen aus verschiedenen betroffenen Ländern und haben sich mit Hilfe von Handicap International zusammengeschlossen, um die Arbeit der internationalen Kampagne für das Verbot von Streubomben wirkungsvoll zu unterstützen. Einer aus dieser Gruppe ist Ta aus Laos:  

"Ich lebte als Bauer in einem Dorf mit dem Namen Ka Oy im Distrikt Nakai im Süden von Laos. Eines Tages, ich war zu dieser Zeit 28 Jahre alt, ging ich mit meinen zwei Söhnen hinaus auf die Felder und stieß dabei auf einen seltsamen Gegenstand auf dem Boden. Er war grün. Ich wusste nicht genau, was es war. Ich hatte keine Ahnung, dass es eine Bombe war und nahm einen Stock, um den Gegenstand zu bewegen. Er explodierte sofort. Meine Kinder rannten zurück ins Dorf, um Hilfe zu holen.  

Ich weiß nicht, wie lange es dauerte, bis meine Familie kam. Sie trugen mich auf ein Boot und danach auf einen Traktor, um mich in das lokale Krankenhaus von Nakai zu bringen. Dort kam ich gegen Mitternacht an. Ich glaube, der Unfall war um sechs Uhr morgens gewesen. Das Krankenhaus hatte keine Möglichkeiten, meine Wunden zu behandeln. Erste Hilfe bekam ich auch nicht, doch erinnere ich mich, dass man mit einer Nadel etwas in meinen Arm injiziert hatte, möglicherweise Schmerzmittel. Meine Familie musste ein Auto mieten, um mich in das Provinzkrankenhaus von Kammouan zu fahren. Erst nach drei oder vier Tagen wurde ich behandelt. Es gab jedoch keine Ärzte. Wahrscheinlich lag es daran, dass gerade das laotische Neujahr war (April).  

Schließlich amputierten sie beide Arme. Ich verlor mein rechtes Auge und obwohl ich mein linkes Auge noch hatte, konnte ich darauf nicht sehen. Ich war an Brust und Nacken schwer verletzt und verbrachte anderthalb Monate im Krankenhaus. Meine Familie musste drei Büffel, zwei Schweine und zwei Kühe verkaufen und unsere ganzen Ersparnisse (rund 60 US-Dollar) aufbrauchen, um meine medizinische Versorgung zu bezahlen.  

Als wir uns das Krankenhaus nicht mehr leisten konnten, kam ich wieder ins Lokalkrankenhaus von Nakai. Das ist billiger, und es war auch einfacher und näher für meine Familie, mich zu besuchen. Dennoch mussten sie sich Geld im Dorf leihen, rund 235 US-Dollar. Weitere anderthalb Monate brachte ich im Krankenhaus zu, bis ich endlich nach Hause zurück konnte. Zu dieser Zeit hatte ich bereits fünf Kinder und meine Frau war schwanger. Doch ich konnte rein gar nichts tun, um meine Familie zu unterstützen. Ich weinte viel. Wir hatten hohe Schulden. Es hat viel Zeit gebraucht, um sie alle abzubezahlen.  

Eines Tages ging ich in das Krankenhaus von Savannaketh, wo ein Arzt mein linkes Augen behandelte. Seither kann ich damit endlich wieder sehen. Dann traf ich einen Mann namens Jim. Er arbeitet als Entminer und fuhr mich in die Hauptstadt, wo ich zwei Prothesen für meine Arme bekam. Mein Dorf wurde damals gerade umgesiedelt, und ich bekam ein besseres Haus sowie Reis für meine ganze Familie. Ich glaube, dass war gegen Ende 2006. Ein Jahr, in dem ich noch einmal Glück hatte.  

(Von der Website der Ban Advocats, www.banadvocates.org, nach einem Interview mit Stephanie Castanie)  

Stand: 03/2010

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