Landminen und Streubomben warten gerne. Die Opfer nicht!

Die Begeisterung war groß, als im Dezember 2008 in Oslo der Vertrag über ein Verbot von Streubomben unterzeichnet wurde – ein ganz großer Erfolg unserer internationalen Kampagne Cluster Munition Coalition. Nachdem inzwischen über 30 Länder das Verbot ratifiziert, also die Umsetzung im eigenen Land vorbereitet haben, trat der Vertrag am 1. August in Kraft. Grund für die Kampagne, diesen Schritt mit weltweitem Trommeln zu begrüßen.

Mit finanzieller Unterstützung des eed und der EU veranstalteten wir Aktionen in mehreren deutschen Städten. Dabei lag uns ein Thema besonders am Herzen: Die Hilfe für die Opfer! Denn sogar noch deutlicher als der Landminen-Verbotsvertrag von 1997 fordert der Oslovertrag eine engagierte Unterstützung der Opfer. Fast 500 000 Überlebende von Unfällen mit diesen Waffen müssen heute weltweit versorgt werden. Viele von ihnen warten nach wie vor auf medizinische, orthopädische, psychologische und soziale Unterstützung.

Selbst wenn das Verbot von Landminen und Streubomben eingehalten und die Waffen vernichtet werden, scheinen die Opfer dieser Waffen leicht in Vergessenheit zu geraten. Das verdeutlichten wir - neben der Freude über das Verbot - bei unseren Aktionen mit einem großen Banner, einer audio-visuellen Ausstellung "Stimmen der Opfer", einem Quiz, Briefen an die verantwortlichen Politiker und Entminungsvorführungen in München und Hamburg

Bei unseren Aktionen sammelten wir Unterschriften für einen Brief an Bundeskanzlerin Merkel mit der Aufforderung, die Verpflichtungen des Verbotsvertrags von Oslo ernst zu nehmen und die Opfer von Streumunition wirkungsvoll zu unterstützten. Wenn Sie diese Forderung auch unterstützen möchten, schreiben Sie doch ebenfalls einen Brief an die Bundeskanzlerin. Sie können dazu beiliegende Vorlage verwenden – oder formulieren Sie einen persönlichen Brief! Wir freuen uns, wenn Sie uns eine Kopie davon zukommen lassen.

Folgende Aktionen fanden in Deutschland statt:

  • Aktion am 17. Juli in Augsburg im Rahmen des Karnevals der Welten
  • Aktion mit künstlichem Minenfeld und Audioinstallation am 31. Juli in Rosenheim
  • große Aktion auf dem Münchner Marienplatz am 1. August mit Entminungspräsentation und Trommlern
  • Unterschriftenaktion mit Ausstellung am 3. August in Frankfurt/Main
  • große Aktion mit Entminungsvorführung durch einen erfahrenen Entminer am 10. August in Hamburg
  • zusätzlich organisierte das Aktionsbündnis Landmine.de in Berlin am 1. August Trommelaktionen vor der US-Botschaft und vor der russischen Botschaft mit einem Banner „Join the treaty“. Die beiden Staaten haben nämlich u.a. das Verbot von Minen und Streubomben noch nicht unterzeichnet.

Hier finden Sie ein Video zur Münchner Aktion sowie Fotos und Berichte zu allen Aktionen!

Bilder der weltweiten Trommelaktionen der Internationalen Kampagne gegen Streubomben (CMC) finden Sie hier

 

Die Sambagruppe Münchner Ruhestörung, die uns bei unserer Aktion in München mit heißen Rhythmen begleitet hat, startete parallel eine Online-Spendenaktion bei Helpedia. Auch Sie können mit einer solchen Aktion unsere Opferhilfeprojekte unterstützen. Oder spenden Sie direkt hier.

Mehr Informationen zum Thema Opferhilfe finden Sie hier.

Stand: 08/2010

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